Between the Lines

2015.11.03 London mit Celina_0020

London versprüht seinen ganz eigenen Charme, besonders in der Weihnachtszeit. Sobald die Lichterketten und Girlanden in den Bäumen und an den Fassaden hängen, gewinnen die Straßen an Wärme und Harmonie. Ja, ich bin sehr verliebt in meine aktuelle Wahlheimat!

Willkommen im Großstadtjungel. Das klassische Bild der Oxford Street: hektische Menschenmassen, die beladen mit Einkaufstüten in den nächsten Store hasten. Ab und an wird der Tunnelblick leicht erweitert und von einem der vielen Straßenkünstler angezogen. Auf den Straßen fahren fast ausschließlich die traditionellen roten Doppeldecker-Busse oder Black Cabs. Klares System, einfache Regeln, keine Zeit um stehen zu bleiben.

Weihnachten entspannt. Gibt uns Zeit, durchzuatmen und alles in Slow-Motion zu betrachten. Der Herzschlag der Großstadt verändert sich. Die Leute bleiben stehen um die beleuchteten Dekorationen zu fotografieren. Sie weichen ab von ihren üblichen Routinen, ein neuer Ausschlag im Rhythmus. Sie lächeln mehr. Man freut sich über die kleinen Dinge: leuchtende Kerzen, Zimtduft in der Luft, Schneeflocken in den Schaufenstern. Die Lichtinstallationen verbinden die einen Mauern zwar, doch andere reißen sie ein: die Mauern in unseren Köpfen und Herzen. Sie richten unsere Blicke wieder mehr nach oben. Raus aus der eigenen kleinen Welt über den Horizont des Smartphones hinaus. Und plötzlich geht es nicht mehr um funkelnde Lichter am Himmel, sondern um uns selbst.

Es geht darum, wie wir uns selbst sehen und wie wir dieses Bild an die Außenwelt weitergeben wollen. Unser Selbstbild ist mehr als nur die Person, die aus dem Spiegel zurückstarrt. Es ist eine Einstellung, eine Attitude, eine Vision und eine Inspiration. Jeden Tag tragen wir all das nach außen, zeigen uns dem Rest der Welt. Und es wäre naiv zu denken, dass niemand durch die Fassade sieht. Wenn man den Blick hebt, ist es eine Frage der Zeit, bis man auf einen anderen trifft. Dann wird mit etwas Glück aus der Vision eine Fusion und etwas neues und großartiges entsteht. Unsere Welt hat so viel zu bieten, wenn wir nicht daran vorbeirennen. Dabei liegt es so oft direkt vor uns, wo wir es nie vermuten würden: jeden Tag, an jedem Ort, zwischen den Zeilen.

Top: Fatface
Hose: No Name
Cardigan: Guess
Mantel: Mango
Stiefel: Caprice
Schal: Bentley
Tasche: No Name aus Camden Town in London

Fotos: Tilo Hensel

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